"Hitzefrei im Januar!"

Abschied nach 40 Jahren Carl-Sonnenschein-Realschule
 
Am Freitag der vorigen Woche gab es für die Schülerinnen und Schüler der Carl-Sonnenschein-Realschule überraschend „Hitzefrei im Januar“. Den Grund dafür gab der Lehrer Herr Middendorf zur zweiten großen Pause in der Aula vor versammelter Schülerschar bekannt, nämlich, dass er nun in den Ruhestand gehe. So verabschiedete sich der Mathe-, Französisch- und Erdkundelehrer nach 40 Jahren Dienst an der Eper Carl-Sonnenschein-Realschule mit einem Highlight von seiner Schülerschaft.
 
Im Anschluss fand sich das Kollegium einschließlich zahlreicher ehemaliger Kollegen im Musikraum der Realschule zusammen und beging die Verabschiedung nun offiziell und im festlichen Rahmen, zu dem auch ein nicht ganz ernst gemeinter Vortrag über Schule und Leistungen des Gedächtnisses im Lernprozess seitens Herrn Middendorfs gehörte, der sich auch mit den Möglichkeiten des „Alterns wie ein Gentleman“ im Schuldienst beschäftigte.
 
In diesem Rahmen sprach auch die Schulleiterin Frau van de Sand Herrn Middendorf größten Dank für seine langjährige Tätigkeit aus. Herr Middendorf hinterlasse seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern große Fußstapfen mit seiner besonderen menschlichen Art, seiner Charakterstärke und seinem Humor, nicht nur als Klassenlehrer, sondern auch als Mitglied des Kollegiums, in seinen Fachschaften sowie in Projekten, etwa seinem Austauschprojekt mit Schulen in Frankreich.
 
In den Reigen der Gratulanten reihten sich natürlich auch die Kollegen zahlreich ein; das ein oder andere Bonmot wurde wohlwollend ausgesprochen und gute Wünsche geäußert. Auch der Förderverein bedankte sich herzlich bei Herrn Middendorf mit einem Präsent. Abschließend spendete Herr Middendorf dem Förderverein selbst einen großzügigen Betrag als Ausdruck seines Dankes und seiner Wertschätzung der durch den Förderverein geleisteten Arbeit.
 
Von allen „Weggefährten“ seiner Zeit in Epe möchte sich Herr Middendorf an dieser Stelle mit folgenden Worten verabschieden:
 
"Als ich im Jahr 1972 mein 1. Staatsexamen abgelegt habe, kannte ich Paris, Orlèans und viele französische Landschaften. Kurze Zeit später erfuhr ich, dass ich meine erste Stelle an der Carl-Sonnenschein-Realschule antreten sollte und musste erst einmal auf einer Karte nachsehen, wo denn Epe liegt. Gefunden habe ich es bald, dort, wo sich 1972 noch Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagten. Doch meine Vermieter nahmen mich unter ihre Fittiche und weihten mich in Eper Gebräuche und Eigenheiten ein, so dass ich mich schnell einleben und wohlfühlen konnte.
 
Ich gründete eine Familie und wurde am Esteresch sesshaft, wo uns die Nachbarschaft und der Schützenverein freundlich aufnahmen und wir uns bald als Eperaner fühlten. Auch das nette Kollegium der Realschule hat dazu beigetragen, dass wir gerne in Epe lebten und dort auch bleiben wollten.
 
In der Zeit als Realschullehrer, so habe ich überschlagen, hatte ich mit etwa 4.000 Schülerinnen und Schülern und deren 8.000 Eltern zu tun, und ich möchte mich auf diesem Wege bei Ihnen allen und bei all den anderen mir bekannten Eperanern dafür bedanken, dass Sie zu einem glücklichen Leben der Familie Middendorf in dieser schönen Stadt beigetragen haben.“

angelegt am: 31.01.12 von: Hamm

 

 

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